DIGITALISIERUNG bringt Verschärfung der Vermögensungleichheit

Vermögen sind in Österreich sehr ungleich verteilt. Mit der Digitalisierung, vornehmlich durch die wachsende Bedeutung von Technologieunternehmen und deren vergleichsweise starke Finanzmarktorientierung, verschärft sich diese Ungleichheit weiter. Da Aktienvermögen bei den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung konzentriert sind, profitieren diese besonders von den höheren Dividenden und steigenden Aktienkursen der Tech-Konzerne. Um gegenzusteuern, wären insbesondere eine grundlegende Steuerreform, mehr MitarbeiterInnenbeteiligung und strategische Staatsfonds denkbar.


Aktienbesitz konzentriert sich am oberen Rand

Über alle Haushalte hinweg halten in Österreich gerade einmal fünf Prozent Aktien in ihrem Vermögensbestand. Zudem gehört Österreich zu jenen Ländern Europas, in denen die Vermögen sehr ungleich verteilt sind. Das gilt besonders für den Aktienbesitz: Von den vermögensärmsten 20 Prozent aller Haushalte halten überhaupt nur 0,3 Prozent direkt Aktien; unter den vermögendsten zwanzig Prozent liegt dieser Anteil dagegen bei über 11 Prozent. Von hohen Dividendenausschüttungen und steigenden Aktienkursen profitiert somit nur ein kleiner, vermögender Teil der Bevölkerung.

Finanzmarktorientierung verschärft Vermögensungleichheit

In einer Studie haben wir für Deutschland gezeigt, dass im Zuge der Digitalisierung die Bedeutung von technologieorientierten Unternehmen wächst, diese Unternehmen an der Börse höher bewertet werden und mehr Dividenden ausschütten als traditionelle Unternehmen.

Es ist plausibel, dass diese Beobachtung auch für Österreich zutrifft; in diesem Fall profitieren von dieser mit der Digitalisierung einhergehenden Finanzmarktorientierung vor allem sehr wohlhabende Haushalte, weil diese an den Finanzmärkten aktiv sind. Weitere Phänomene der Finanzmarktorientierung von Unternehmen, die wir in unserer Studie nicht analysieren konnten, wie z. B. die strategische Kurspflege durch Aktien-Rückkaufprogramme und damit verbunden die steigende Bewertung der Unternehmen – können die Ungleichverteilung weiter befeuern.

Sollten sich die Trends der Marktkonzentration und Finanzmarktorientierung fortsetzen, dann bedeutet das, dass die (Vermögens-)Gewinne, die aus der Digitalisierung der Wirtschaft resultieren, fast ausschließlich den reichsten fünf bis zehn Prozent der Haushalte zufließen, denn nur sie besitzen nennenswerte Aktienvermögen.


Finanztransaktionssteuer reduziert Finanzmarktorientierung

Eine Antwort auf die potenziellen Begleiterscheinungen einer verstärkten Finanzmarktorientierung im Zuge der Digitalisierung könnte eine Finanztransaktionssteuer sein. Dabei handelt es sich um eine Steuer auf den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, die bei jeder Transaktion anfällt. InvestorInnen, die eine langfristige Perspektive haben, sind von dieser Steuer kaum betroffen, da die Steuersätze selbst gering sind. Häufige Käufe und Verkäufe von Aktien hingegen werden durch diese Steuer verteuert. Und genau darauf zielt die Finanztransaktionssteuer: spekulatives Verhalten an der Börse, das auf volatile Kurse zielt, kann so eingedämmt werden.

Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung, Deutschland/



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