"Das hat im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert"....??? Wirklich?

"Das hat im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert", hört man von Sebastian Kurz, wenn es um die Vorgänge in Ischgl zu Beginn der Pandemie geht. Der Bericht der Ischgl-Kommission bestätigt allerdings Schwarz auf Weiß, dass es vom Land Tirol aber auch von Bundeskanzler Kurz grobe Fehler gegeben hat. Diese Fehler haben auch dazu beigetragen, dass sich das Virus in ganz Europa verbreitet hat. Tausende Corona-Infektionen und leider auch Corona-Todesfälle haben in Ischgl ihren Ursprung. "Die bisher bekannten Fakten und der Bericht der unabhängigen Kommission zeichnen ein klares Bild: ein Multiorganversagen, ein Brechen aller Regeln des Krisenmanagements", stellt SPÖ-Vorsitzende und Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner heute anlässlich der Dringlichen Anfrage im Nationalrat klar.



Panik-Kanzler sorgt für Chaos

Ein Blick zurück zeigt: Am 4. März informierten die isländischen Behörden das Land Tirol und die Bundesregierung über Urlauber, die sich in Ischgl mit Corona angesteckt haben. Und obwohl immer mehr Corona-Fälle aus Ischgl bekannt wurden, passierte tagelang nichts. Am 13. März kündigte Panik-Kanzler Kurz dann unvorbereitet und nicht abgestimmt – eine Quarantäne für das Paznauntal und für St. Anton an und "löste damit Panik und Chaos aus. Wenn man eines lernt im Krisenmanagement, ist es, zwei Dinge zu vermeiden: Panik und Chaos. Denn das führte zum Gegenteil einer Virus-Eindämmung: Die chaotische Ausreise zehntausender Gäste, dicht gedrängt in Zügen und Bussen, ist wie ein Brandbeschleuniger bei der Virus-Verbreitung", so Rendi-Wagner.


Ischgl ist Offenbarung der Verantwortungslosigkeit im Krisenmanagement

"Ich bin dankbar dafür, dass die Experten-Kommission auf Druck der SPÖ Tirol eingesetzt und hier vieles ans Tageslicht gebracht wurde. Die Aufarbeitung ist damit aber noch nicht abgeschlossen", so die SPÖ-Vorsitzende. "Ischgl ist die Offenbarung der Verantwortungslosigkeit im Krisenmanagement unserer Republik. Wenn der Expertenbericht aber eines ermöglicht, dann die Chance, aus diesen Fehlern zu lernen. Übernehmen Sie bitte diese Verantwortung", appelliert Rendi-Wagner an Minister Anschober und die Regierung. Denn "Ischgl darf sich in dieser Form nicht wiederholen."

Die fatalen Fehleinschätzungen der schwarz-grünen Regierung – sowohl im Land Tirol wie auch im Bund – haben zu über 11.000 Corona-Infektionen in ganz Europa, großem menschlichen Leid und einem enormen Imageschaden für das ganze Land Österreich geführt. „Kanzler Kurz hat sich mit seiner Ego-Show als Möchtegern-Virologe aufgespielt und hat damit menschliches Leid, Angst und Chaos verursacht“, resümiert Deutsch. Das Abschieben sämtlicher Verantwortung an Land, Bezirk oder gar Gemeinden geht nicht.


Hintergrund: Die Hauptvorwürfe aus dem Bericht: Nach Ansicht der Experten war es ein Fehler, den Skibetrieb in Ischgl noch bis zum Wochenende des 14. bzw. 15. März aufrechtzuerhalten. Nachdem am 5. März die Infektionen der Isländer und am 7. März jene des norwegischen Kellners aus dem „Kitzloch“ bekannt geworden seien, hätte am 9. März die Schließung der Seilbahnbetriebe und aller Apres Ski-Lokale sowie die Untersagung von Menschenansammlungen verordnet werden müssen. Die Ankündigung von Kanzler Kurz, am 13. März das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne zu stellen, sei „überraschend, ohne unmittelbare Zuständigkeit und ohne substanzielle Vorbereitung“ geschehen. Dadurch sei es zu Panikreaktionen bei Gästen und Mitarbeitern gekommen. Die Abreise hätte gestaffelt und über das ganze Wochenende verteilt stattfinden sollen.

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